Klassische Geldüberweisung

Transaktionsgebühren sichern das Netzwerk. Eine kostenlose Leistung hindert den Fortschritt und den Fortbestand.

Wie versenden wir Geld versenden

Es ist ganz einfach: wir gehen zur Bank, stecken unsere Bankkarte in den Überweisungsautomaten und geben die Kontoverbindung der anderen Partei ein. Noch leichter geht es auf dem Smartphone: wir loggen uns in unserer Online-Banking-App ein, geben dort die Überweisungsdaten ein, validieren die Überweisung und das war’s. Diesen Weg kennt womöglich nahezu jeder Mensch, der ein klassisches Bankkonto hat. Das hat bisher auch super funktioniert. Und ist der Empfänger bei der gleichen Bank wie der Sender, dann ist das Geld binnen Minuten gutgeschrieben. Aber was genau ist passiert?

Die Bank XY erhält von mir den Auftrag mein angegebenes Guthaben jemandem zu senden. Die Bank schaut auf meinen Kontostand, verifiziert, dass der zu sendende Betrag auf meinem Konto vorhanden ist und fragt die Legitimation mittels Pin, Fingerabdruck, SMS oder Face ID ab. Jetzt schaut meine Bank, ob es die Bank des Empfängers gibt. Dafür gibt es die BIC (Bank Identifier Code) und die IBAN (International Bank Account Number). Ist dem so wird geprüft, ob der Name des Empfängers stimmt, hier kann es auch eine Firma sein. Wenn alles überein stimmt, wobei der Name bzw. die Firma nicht unbedingt wichtig ist, gibt die Bank des Empfängers das OK und die Überweisung wird ausgeführt.

Ist die Empfängerbank eine andere als die des Senders, wird die Überweisung frühestens am nächsten Werktag gutgeschrieben. Zwar hat die Bank das Geld schon, da sie eigentliche Überweisung nur Sekunden dauert, aber so verschafft sie sich Zeit, mit deinem Geld zu arbeiten. Schaut der Empfänger also am nächsten oder übernächsten Werktag auf sein Konto, ist die Summe gutgeschrieben. Bei den meisten Banken wird eine Gebühr für eine Überweisung fällig. Zwar nur ein paar Cent, aber die Summe macht’s. Es ist ärgerlich und nervig, aber auch zwingend notwendig. Die Bank hat eine Leistung erbracht.

Es gibt auch kostenlose Wege Geld zu senden – PayPal zum Beispiel. Hierbei wird der Transfer aber nicht mit echtem Geld ausgeführt, sondern, um es ganz einfach auszudrücken, Zahlen von A nach B gutgeschrieben. Für Privatkunden ist dies kostenlos, gewerbliche Kunden hingegen zahlen eine Gebühr, sobald Sie eine Zahlung für gewerbliche Belange erhalten. PayPal ist also nur bedingt kostenlos, denn auch hier werden Leistungen erbracht.

Wie sieht es im Kryptospace aus?

Im Kryptospace läuft es ähnlich. Person A sendet Coins zu Person B. Man muss dennoch klar unter den einzelnen Kryptowährungen unterscheiden. Bei Bitcoin z.B. gibt es das offene Kassenbuch und die Miner validieren die Transaktion. Agieren Miner also als Bank? Jein, denn ganz so einfach ist es nicht.

 

Dein Geld liegt bei keiner Bank, denn im Kryptospace bist du deine eigene Bank – Miner sind also keine Bank. Nur du bist für die Verwahrung zuständig und keine dritte Partei wie z.B. die Sparkasse oder Commerzbank. Mit einer Hardwarewallet hast du Zugriff auf deine Coins und kannst somit auch versenden. Du hast bspw. 1 Bitcoin auf deiner Wallet liegen und möchtest 0.1 Bitcoin an jemanden senden. Du schließt deine Wallet an den PC / Mac / dein Smartphone an und öffnest die dazugehörige App. Du gibst die Walletadresse des Empfängers und die Menge ein, die du transferieren möchtest. Hier gibt es bereits den ersten Unterschied zur klassischen Bank – es gibt niemanden der diese Transaktion überwacht bzw. überprüft. Passiert dir ein Fehler bei der Adresseingabe wird die Transaktion durch die Miner ausgeführt, kommt jedoch nicht beim gewünschten Empfänger an, sondern, sofern es die Walletadresse gibt, bei jemand anderem. Deine versendeten 0.1 Bitcoin sind somit unwiderruflich weg. Das Netzwerk weiß / die Miner wissen nicht, ob die angegebene Adresse korrekt ist, sofern zu dieser Adresse noch nie etwas geschickt wurde. Die Empfängeradresse erscheint erstmals im offenen Kassenbuch (DLT – Distributed Legder Technology) bei bestätigter Transaktion. Sobald die Transaktion ausgeführt wird, kann man den Vergleich zur Bank ziehen, denn es gibt jemanden, der die Leistung ausführt. Die Leistung ist die Transaktion. Die Miner im Netzwerk leiten deinen Wert an Coins an jemand anderes im Netzwerk. Das ist die klassische Tätigkeit einer Bank.

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